Die Aufgaben der Brautjungfer bei der Hochzeit



Brautjungfern gab es schon in der Antike. Während sie heute nur ein "dekorativer" Bestandteil der Hochzeit sind, hatten sie früher eine wichtige und potenziell gefährliche Pflicht: Sie mussten sich ähnlich wie die Braut kleiden, damit eifersüchtige Geister verwirrt wurden und die Braut nicht entführen konnten. Im Ernstfall konnte also jede Brautjungfer entführt werden – ein echter Freundschaftsdienst!

An Geister, die der Braut ihr Glück nicht gönnen und sie deshalb verschleppen, glauben wir heute natürlich nicht mehr. Trotzdem halten viele Bräute noch gerne an dem Brauch fest, schon weil es eine schöne Möglichkeit ist, Freundinnen am Tag der Hochzeit um sich zu scharen und sie an den Feierlichkeiten zu beteiligen.

In amerikanischen Filmen sind oft Gruppen von bis zu zehn jungen Frauen zu sehen, die in ähnlichen oder gleichen Kleidern eine ganze Brautjungfern-"Armee" bilden. Bei uns ist das weniger üblich, meist ist die Trauzeugin gleichzeitig die Brautjungfer und erledigt deren klassische Aufgaben, darunter:
  • Organisation des Junggesellinnenabschieds
  • Hilfe bei der Planung der Hochzeit
  • Tragen der Schleppe
  • Notfall-Set für die Hochzeitsfeier
Eine gute Brautjungfer oder Trauzeugin ist auch auf alle kleinen und mittleren Katastrophen im Zuge der Hochzeitsfeier vorbereitet. Sie hat deshalb ein Notfall-Set parat, mit allem was die Braut vielleicht brauchen wird und was nicht in deren Handtasche passt:
  • Taschentücher
  • Puder
  • Blasenpflaster
  • kleines Nähset
  • Ersatzstrümpfe oder -strumpfhose
  • Nagelfeile
  • Kopfschmerztabletten
  • Bürste, Haarnadeln, Haarspray
  • Deodorant
  • Fleckentfernertücher
Traditionell sollte die Brautjungfer ledig und eine gute Freundin oder vielleicht eine Schwester der Braut sein. Von Geistern entführt werden allerdings nur wenige moderne Brautjungfern oder Trauzeuginnen.