Die Brautentführung



Anders als ein echter Brautraub ist die Brautentführung ein beliebter Scherz auf Hochzeitsfeiern. Wenn die Stimmung der Feier auf dem Höhepunkt ist, wird plötzlich klar: die Braut ist verschwunden!

Jeder kennt den Brauch der Brautentführung, deswegen macht sich auch niemand echte Sorgen, aber trotzdem gerät oft die ganze Hochzeitsgesellschaft in – fröhlichen – Aufruhr.

Wie geht eine Brautentführung vor sich? Meist schließt sich eine Gruppe von Freunden des Ehepaares ab, die entweder einen günstigen Moment abwarten, in dem der Bräutigam, vielleicht sogar die ganze Gesellschaft, abgelenkt ist. Diese Ablenkung kann natürlich auch aktiv geschaffen werden, beispielsweise durch eine humoristische Einlage oder etwas ähnliches.

Nun wird die Braut möglichst unauffällig entführt, und zwar mit Vorliebe in das nächste Lokal, in dem Braut und Entführer die weitere Entwicklung bequem abwarten und vielleicht auch etwas trinken können, was die Stimmung nur noch weiter anheizt.

Der Bräutigam muss sich nun, sobald er merkt dass ihm die Braut entführt wurde, auf die Suche machen. Je nach Laune und Geschick der Entführer dauert das meist nicht allzu lange; aber auch wenn er seine Braut gefunden hat, bekommt er sie nicht ohne Gegenleistung zurück.

Wie genau er seine Braut aus der Hand der Entführer befreit ist unterschiedlich und oft auch von regionalen Bräuchen bestimmt: Das Brautpaar kann sich entweder mit dem Brautstrauß oder dem Strumpfband der Braut auslösen, oder indem zumindest der Bräutigam lustige Aufgaben erledigt. Was genau diese Aufgaben sind, entspringt natürlich der Fantasie der Entführer.

Es versteht sich aber fast von selbst, dass der Bräutigam die Zeche der Entführer bezahlt – schon deshalb empfiehlt es sich für ihn, die Braut nicht allzu lange in der Hand der Entführer schmachten zu lassen! Erst danach gilt die Brautentführung als aufgeklärt, und alle kehren zurück zur eigentlichen Hochzeitsfeier.