Texte zur Hochzeit



Eine Hochzeit fordert Gästen wie auch dem Brautpaar eine Menge Einfallsreichtum und Kreativität ab, denn für kaum ein anderes Ereignis im Leben eines Menschen wurden in der Vergangenheit wie in der Gegenwart so viele Texte verfasst wie für Brautpaare und deren Hochzeitsgesellschaften.

Schon mit den Einladungskarten beginnt die Suche nach den richtigen Worten, viele Brautpaare schreiben sich sogar ihre Ehegelübde für die kirchliche Trauung selbst. Verwandte und Freunde suchen nach schönen Texten für die Gratulationskarten zur Hochzeit, und kaum ein Text schein ausdrücken zu können, was man dem glücklichen Paar wünscht und wie sehr man sich für das Brautpaar freut.

Auf dieser Seite finden Sie Texte zu jedem Anlass rund um das Thema Hochzeit. Schöne, Worte für die Einladungskarten an die Gäste. Gedichte aus alten und modernen Zeiten. Hochzeitssprüche, Anregungen für das Ehegelübde in der Kirche. Hochzeitsgäste, speziell die nähere Verwandtschaft, lässt es sich nur ungerne nehmen, Reden zu schwingen, und für die besten Freunde ist eine Satire auf das Brautpaar ohnehin Tradition schlechthin, das gehört sich einfach so. Anregungen und Ideen für Hochzeitstexte gibt es in ausreichender Menge und von der Stilistik her ist für jede Hochzeit und für jedes Brautpaar etwas Passendes dabei. Und auch wenn gerade keine Hochzeit ansteht – Texte zur Hochzeit sind immer schön zu lesen. Man kann dabei herrlich in den eigenen Erinnerungen schwelgen.

Der Kuss

Der ersten Liebe Hochgenuss
ist ohne Zweifel wohl der Kuss.
Er ist verliebt und macht vergnügt,
ob man ihn gibt oder ihn kriegt.

Er kostet nichts, ist unverbindlich,
denn zumeist ist er ja nur mündlich.
Hat man den Wunsch, dass man küsst,
so muss man erst mit Macht und List,
die Distanz zu vermindern trachten,
um sich mit Blicken anzuschmachten.

Die Blicke werden tief und tiefer,
es begegnen sich die Unterkiefer,
dann pflegt man mit geschlossenen Augen
sich aneinander festzusaugen.

Doch nicht nur der Mund allein
braucht der Küsse Ziel zu sein.
Man küsst die Wangen, küsst die Hände
und auch noch andre Gegenstände,
die ringsherum mit Wohlbedacht,
an unserem Körper angebracht.

Auch wie man küsst, ist sehr verschieden,
ob Osten, Norden, Westen, Süden,
der eine saugt, der andre schmatzt,
als ob ein alter Reifen platzt.

Hingegen wiederum der Keusche,
vermeidet jegliche Geräusche.
Die einen kurz, die andren länger,
die längsten nennt man Dauerbrenner.

Kurzum ein Kuss ist, wenn zwei Lippenlappen
in Liebe aneinander pappen!

Gemeinsamkeiten von Ehe und Wein

Die Ehe und ein guter Wein haben allerhand gemeinsam.
Sie reifen in drei Stufen.

Am Anfang hat man den süßen Traubensaft, voll des leiblichen
Übermutes, der aber nicht lange haltbar ist.
Das ist die Hochzeitsreise und die Zeit des gegenseitigen
Sichfressens".

Dann kommt die zweite Stufe: die Gärungszeit, der Sturm, die Aufwühlung.
Ein ganz berauschender, wuchtiger und heikler Naturprozeß, bei dem
immer die Gefahr existiert, dass ein falscher Auswuchs sich einschleicht und der edle
Saft zu saurem
Essig wird. Wenn aber dieser Prozeß unschädlich und natürlich abläuft, dann ist alles gewonnen, beim
Wein und auch in der Ehe.

Es ist die Zeit der Besinnung. Bekanntlich heiraten immer zwei Engel; erst in der
Ehe, in der
engsten Einigkeit, lernt man sich richtig kennen. Beide stellen fest, wie unvollständig und fehlerhaft sie sind.

Hier zeigt sich die wirkliche Liebe, die in die dritte Reifestufe führt: in die Klärung. Da setzt sich beim Wein ausnahmslos, was ihn trüb macht, tief am Grunde des Fasses ab, und der Wein
wird glasklar und haltbar für ewige Zeiten.
Ja, man sagt, je älter ein guter Wein ist, umso ersprießlicher und reiner ist er auch.

Den gleichen Prozeß machte eine gute Ehe durch. Alles künstliche Gepanschte
verdirbt nach
kurzer Zeit: im Weinkeller wie im Eheleben.

Es mache einer den anderen glücklich, das ist das rechte und echte Glücklichsein!
Zum Wohl, daß es so werde!